Rückblick. Fachtagung und Übergabe der Pedition in Berlin am 04. und 05. März

Nordhessische Delegierte auf der Fachtagung (von links K. Einfalt, K. Pflüger; J. Genz & F. Becker-Kasper) halten ein Banner von ver.di hoch. Auf dem Banner steht: "Gleiches Recht für kirchlich Beschäftigte" sowie "Schluß mit der Diskiminierung kirchlich Beschäftigter wegen privater Entscheidungen!" sowie "Volle Mitbestimmung in unseren Betrieben". Zu sehen ist auch ein Link: "gleichesrecht.verdi.de".
Nordhessische Delegierte auf der Fachtagung (von links K. Einfalt, K. Pflüger, J. Genz & F. Becker-Kasper). Foto: Klaus Pflüger

Liebe Kolleginnen und Kollegen der MAVen der Diakonie Hessen,

Rückblick auf die Fachtagung zum kirchlichen Arbeitsrecht in Berlin, sowie die Übergabe der Petition:
„Gleiches Recht für kirchlich Beschäftigte“ durch ver.di

Am 4. + 5. März 24 fand die Fachtagung zum Thema:

Besprochen, geprüft, geändert?

in Berlin statt. Ca. 150 Vertreter:innen von MAVen aus ganz Deutschland waren vor Ort um sich über den aktuellen Stand auszutauschen und zu diskutieren. Nach einleitenden Vorträgen von Frau Prof. Dr. Nadine Brandl und Hannah Tatzky (beide ver.di Bundesverwaltung Berlin) zum Thema und dem aktuellen Stand, gab es eine Podiumsdiskussion mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern. Mit dabei, war die Kollegin aus der Caritas, der als Hebamme gekündigt wurde, weil sie Jahre zuvor aus der katholischen Kirche ausgetreten war und bei „Wiedereinstellung“ nicht erneut eintreten wollte. Die Kollegin schilderte ihren Fall bis hin zum EuGH und der plötzlichen „Einsicht des Arbeitgebers – mit dem Angebot auf Weiterbeschäftigung (= Vergleich), um ein Urteilspruch vom EuGH zu verhindern.

Der nächste Tag wurde mit einem ausführlichen Vortrag von Rechtsanwalt Baumann-Czichon und anschließenden Dialog zur MVG-Novellierung fortgesetzt. Von den über 50 Vorschlägen der Bundeskonferenz der AGMAVen und GAMAVen der Diakonie in Deutschland, haben es gerade 3 Vorschläge, da sie inhaltsgleich mit der Arbeit- geberseite waren, in die Novellierung geschafft. Neben wenigen Verbesserungen gab es eine ganze Anzahl an arbeitgeberbestimmten Verschlechterungen, u.a. weil sie ihre eigenen Spielregeln nicht verstehen und einhalten. Damit wurde eine „große Chance vertan“, tatsächlich etwas auf den Weg zu bringen. Man könnte glauben…

„Sie wollen es nicht, sie können es nicht
und deshalb machen sie es nicht!“

Foto: Klaus Pflüger

Im Anschluss an die Fachtagung hat die Gewerkschaft ver.di über 36.000 gesammelte Unterschriften zur Abschaffung des kirchlichen Arbeitsrechts an den SPD-Bundestagsabgeordneten Mathias Papendieck (Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales) übergeben. Die Gewerkschaft fordert damit nachdrücklich dazu auf, die Ausnahmen für Kirchen und ihre caritativen Einrichtungen aus den weltlichen Gesetzen zu streichen und u.a. das Betriebsverfassungs- gesetz zur Anwendung zu bringen. Die Prüfung des kirchlichen Arbeitsrechtes hatte sich die Regierungskoalition in den Koalitionsvertrag geschrieben, wirkliche Verbesserungen blieben aber laut ver.di aus.

Mit dabei waren auch Kolleg:innen aus ganz Hessen, die extra für die Übergabe nach Berlin angereist sind und lautstark und kreativ ihren Unmut zu den kirchlichen Sonderwegen kundtaten.

Foto: Klaus Pflüger
Schlagwörter: , ,